Wirkungsweise von Schädlingsbekämpfungsmitteln

 

Genau

Im Umgang mit Giften muss man immer genau, Vorsichtig und umsichtig sein

Diskret

Diskrete Ausbringung - dort wor die Schädlinge sind nicht wir Menschen oder Haustiere

Kompetent

Das Wissen über alle möglichen Methoden, Produkte, Anwendungsfenster, Populationsdynamik und noch vieles mehr führt zum Erfolg

 

Schädlingsbekämpfungsmittel kann man in Gruppen unterteilen.

 

Die 2 wichtigsten sind Rodentizide und Insektizide.

 

1. Rodentizide (Nagetierbekämpfungsmittel)

Die moderne Nagetierbekämpfung stützt sich primär auf Stoffe, die in den Blutgerinnungsprozess eingreifen, sogenannte Antikoagulanzien (Blutgerinnungshemmer). Die Köderformulierung besteht meist zu 99,995% aus Lock und Zusatzstoffen. 0,005% sind dann als reiner Wirkstoff wie z.B. Difenacoum, Brodifacoum, Bromadiolon im Köder enthalten. Die Liste aller zugelassenen Stoffe kann man auf der ECHA Webseite finden.

 

Sie wirken als Vitamin-K-Antagonisten. Sie blockieren das Enzym Vitamin-K-Epoxid-Reduktase, welches für die Aktivierung von Blutgerinnungsfaktoren in der Leber notwendig ist. Der Tod tritt zeitverzögert erst nach 3 bis 7 Tagen ein. Dies ist essentiell, um die Köderscheu bei sozialen Nagern wie Ratten zu vermeiden; die Tiere bringen den Tod ihrer Artgenossen nicht mit der Nahrungsaufnahme in Verbindung.

Antidot: Vitamin K1 dient als wirksames Gegengift bei Fehlvergiftungen. In der Regel werden keine Akutwirkenden Stoffe wie z.B. Zinkphosphid eingesetzt.

 

2. Insektizide (Insektenbekämpfungsmittel)

Insektizide greifen meist das Nervensystem oder die körperliche Entwicklung (Häutung) an.

Die meisten Insektizide wirken als Kontakt- oder Fraßgifte auf die Reizleitung. Hier unterscheidet man:

 

Pyrethroide (z. B. Permethrin, Deltamethrin): Sie halten die Natriumkanäle in den Nervenzellen offen. Dies führt zu einer Dauererregung, Krämpfen und schließlich zum Tod.

 

Neonicotinoide:Sie binden an die Acetylcholin-Rezeptoren und blockieren die Reizübertragung zwischen den Nervenzellen.

 

Carbamate & Organophosphate: Hemmen das Enzym Acetylcholinesterase, wodurch der Botenstoff Acetylcholin nicht mehr abgebaut wird (Dauerreizung).

 

IGRs – Insect Growth Regulators (Entwicklungshemmer). Diese Stoffe töten nicht sofort, sondern greifen in die Biologie der Insekten ein.

 

Chitinsynthesehemmer: Verhindern die Ausbildung des neuen Panzers während der Häutung. Das Insekt stirbt im Larvenstadium.

 

Physikalisch wirkende Mittel wie z.B. Kieselgur (Diatomeenerde): Die scharfkantigen Partikel verletzen die Wachsschicht des Insektenpanzers, woraufhin das Insekt austrocknet. Keine Resistenzbildung möglich.

 

 

Was immer wieder gefragt wird (FAQ´s):

 

Ist das giftig?

Ja, natürlich. Deshalb darf es nur von geschulten, fachkundigen Personen ausgebracht werden (und selbst hier sollten sie eine gute Auswahl treffen!)

 

Wie lange dauert es, bis es wirkt?

Das alte Dosis/Wirkungsprinzip. Je mehr und je öfter das Zieltier davon aufnimmt (egal ob oral oder dermal) desto schneller wirkt es. Zudem ist noch der Ausbringort und die Attraktivität des Köders ausschlaggebend

 

Wenn mein Haustier es aufnimmt, kann es sterben / was ist zu tun?

Ja natürlich. Im Falle einer Köderaufnahme immer die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) unter 01/406 43 43 anrufen und den Tierarzt aufsuchen mit der Information welches Präparat aufgenommen wurde

 

Wenn ich die Köderbox berühre, was muss ich tun?

Die Box ist nur aus Kunststoff oder Metall. Wenn sie aber mit dem Köder selbst in Berührung kommen, unbedingt Hände waschen und mich verständigen

 

Darf ich nach einer Insektiziden Sprühbehandlung Aufwaschen?

Aufwaschen neutralisiert den Belag und macht ihn wirkungslos. Nach Abschluß der Behandlung ist das die Methode zum Neutralisieren